Traumazentrierte Beratung

Ereignisse steuern unser Leben, beeinflussen Lebenswege, fördern oder behindern Entscheidungen. Erleben wir Erfahrungen als bereichernd, so fühlen wir uns gut, anerkannt, geliebt, dem Leben zugewandt. Was aber, wenn unsere Erfahrungen uns so tief getroffen haben, dass wir sie als lebensbedrohlich, überwältigend, verstörend, belastend und einschneidend erleben? Was, wenn diese Erlebnisse unseren Alltag beeinflussen, wenn wir Pflichttermine nicht einhalten oder erforderliche Maßnahmen nicht durchgeführt werden können? Ursachen hierfür sind so vielfältig wie vielschichtig. Als Traumata weithin bekannt sind interpersonelle oder auch medizinisch bedingte Belastungsstörungen, die durch körperliche und/oder seelische Gewalterfahrungen (bspw. Vergewaltigung/Mobbing) oder lebensgefährliche Erkrankungen (bspw. Nahtoderfahrungen, chronische maligne Geschehen) entstanden sind. Doch es sind auch die plötzlichen, akzidentiellen, auch weniger spektakulären und von Freunden und Bekannten häufig belächelten Ereignisse, die uns so tief belasten können, dass ähnliche Symptome auftreten wie bei schweren körperlichen oder seelischen Misshandlungen (bspw. ein Routineeingriff beim Arzt, ein Blechschaden am Auto, Ärger im Büro, in der Schule, Trennungssituationen oder auch finanzielle Belange).

Was passiert, wenn ein Ereignis uns so sehr belastet? Verbindungen zu uns selbst, zu unserem Körper, zu unserer Familie, anderen Menschen und zur Umwelt gehen verloren. Solche Reaktionen können sofort mit dem traumatischen Ereignis einhergehen, genauso häufig treten sie aber auch erst Monate oder auch Jahre später auf.

Wenn dieser Prozess schleichend und unbemerkt verläuft, sind wir uns in vielen Fällen der Ursachen für unser Unwohlsein gar nicht mehr bewusst. Nicht selten handeln wir erst dann, wenn wir unser Leben als eingeschränkt wahrnehmen, wenn wir uns ohnmächtig, hilflos und ausgeliefert fühlen, wenn Blockaden unseren Alltag behindern und Ziele unerreichbar zu sein scheinen. Wenn wir in unserem Selbst verletzt wurden beginnen wir, uns nicht mehr zu vertrauen. Schrittweise ziehen wir uns zurück und werden unfähig, Bindungen einzugehen.

Marie von Ebner-Eschenbach

"Nicht, was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben,
macht unser Schicksal aus."

Können Sie eine dieser Fragen mit ja beantworten?

- Waren Sie schon einmal an einem Unfall (auch kleinere Blechschäden) beteiligt?
- Wurden Sie als Kind beim Arzt-/Zahnarztbesuch festgehalten?
- Scheuen Sie Arzt-/Zahnarztbesuche?
- Sind Sie schon einmal gestürzt oder haben sich (auch nur geringfügig) verletzt?
- Erlebten Sie Naturkatastrophen (Erdbeben, Brände, Überflutungen)?
- Waren Sie einmal hoch fieberhaft erkrankt oder litten an einer Vergiftung?
- Wurden Sie als Säugling oder Kleinkind allein gelassen?
- Wurden Gliedmaßen (auch in der Kindheit) über einen längeren Zeitraum gegipst oder geschient?
- Waren Sie (auch als Kind oder Kleinkind) großen Temperaturunterschieden (heiß/kalt) ausgesetzt?
- Ware Sie als Säugling/Kleinkind lauten Geräuschen ausgesetzt?
- Wie reagieren Sie auf plötzliche laute Geräusche?
- Wie war ihre Geburt (Geburtsstress)?